Ärzte ohne Grenzen im Einsatz gegen Covid-19

Paris, Frankreich, 25.3.2020: Ärzte ohne Grenzen hat einen Coronavirus-Einsatz in Frankreich gestartet. @ Agnes Varraine-Leca/MSF

Als weltweit tätige medizinische Nothilfeorganisation hat Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen Tagen in zahlreichen Ländern Einsätze gegen Covid-19 begonnen. Darunter in Italien, Frankreich, Belgien und in Spanien.

Besonders besorgt sind die Teams der Organisation angesichts möglicher Ausbrüche der Krankheit in überfüllten Flüchtlingslagern wie auf den griechischen Inseln oder in Bangladesch. Der Situation besonders ausgeliefert sind auch Menschen in Kriegsgebieten wie dem Jemen und Syrien, sowie Obdachlose und Geflüchtete, die auf der Straße leben müssen. Mit ersten Fällen in westafrikanischen Ländern steigt auch hier die Gefahr massiv.

Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen – und dazu gehören die meisten der Einsatzländer von Ärzte ohne Grenzen – fehlt es an Kapazitäten für Intensivmedizin ebenso wie für die gleichzeitige Behandlung von sehr vielen Patientinnen und Patienten. Hier prüft die Organisation gemeinsam mit den Behörden die Möglichkeiten, Hilfe zu leisten. Zugleich gilt es, die laufenden Aktivitäten in über 70 Ländern, bei denen täglich Hundertausende Patientinnen und Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheiten behandelt werden, fortzuführen, und das, obwohl Reisebeschränkungen sowie die Verknappung von Schutzausrüstung und manchen Medikamenten die Arbeit erschweren.

Die wichtigsten Coronavirus-Einsätze von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

In Italien unterstützt Ärzte ohne Grenzen drei Krankenhäuser in der Provinz Lodi mit Spezialistinnen, Spezialisten und Pflegekräften bei der Infektionskontrolle sowie bei der Patientenversorgung. Außerhalb der Krankenhäuser beginnen Teams der Organisation mit Aktivitäten zur Unterstützung von Hausärztinnen und -ärzten sowie medizinischem Personal, das Menschen in der häuslichen Isolation hilft, sowie dem Personal eines Altenpflegeheims, in dem Fälle entdeckt wurden.

In Frankreich hat Ärzte ohne Grenzen einen Einsatz gestartet, um  bei der Diagnose und dem Fallmanagement von Covid-19-Patienten unter Obdachlosen, unbegleiteten geflüchteten Minderjährigen und Migrantinnen und Migranten in Paris und der umliegenden Region zu helfen. Am 25. März wurden 700 Menschen von einem Lager in Aubervilliers in der Nähe von Paris evakuiert und in Notunterkünfte gebracht. Geplant sind auch mobile Behandlungen, um die am stärksten gefährdeten Menschen zu erreichen.

In Spanien berät Ärzte ohne Grenzen das Gesundheitsministerium bei der Entwicklung von Modellen zur Erweiterung der Kapazität von Krankenhäusern sowie bei der Ermittlung von Orten, an denen Krankenhäuser eingerichtet werden können und hat begonnen, diese Pläne mitumzusetzen. Zudem beteiligen sich die Teams an der Erarbeitung einer Krisenkommunikation der Behörden.

In Belgien hilft Ärzte ohne Grenzen Organisationen, die mit besonders gefährdeten Gruppen wie Obdachlosen und Migranten ohne Papiere arbeiten, mit Triage und Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle von Infektionen. Es wird zudem Unterstützung für Krankenhäuser und Altersheime angeboten.

Auch in der Schweiz und anderen Ländern wie in Westafrika werden Einsätze vorbereitet.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Markus Golla
Über Markus Golla 5869 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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