Social Media Verhalten der Pflegekräfte zu Zeiten des Covid19

(C) Rangizzz

Liebe Pflegekräfte!

Ich erlebe derzeit in der eigenen Berufsgruppe die übliche Dissonanz. Die einen pochen auf zusätzliche Bezahlung, die anderen auf Verantwortung und Ethik und die dritten auf Nächstenliebe. Die einen jubeln über das anerkennende Klatschen, die anderen sehen es als sinnlos, da Geld mehr wiegt als Wertschätzung. Alle haben natürlich auf ihre Art und Weise recht.

Wir sind natürlich in einem Beruf, der von der Politik und Wirtschaft klar vernachlässigt oder belächelt wurde. Wir haben natürlich die ethische Verantwortung in dieser Situation nicht auszurasten und versuchen unserem gesellschaftlichen Auftrag (wie immer) entgegenzukommen und ja, es braucht viel Nächstenliebe, um nicht den Hut „draufzuwerfen“. Ja, die Anerkennung der Leute ist wichtig und auch das Geld ist ein wichtiger Faktor.

Sich aber wie immer gegenseitig zu attackieren, die Meinung des anderen zu belächeln oder schlechtzumachen hat uns genau dorthin gebracht, wo unser Beruf steht. Das ist nicht das Verschulden der Gesellschaft, der Politik oder der Wirtschaft, sondern unsere eigene Nichteinigkeit seit Jahrzehnten miteinander das Ganze auf die Reihe zu bringen. Da wird uns auch kein Berufsverband, keine Pflegekammer, keine Gewerkschaft oder Arbeiterkammer retten, dass verbocken WIR. Zum Glück sind die „Lauten“ in den sozialen Medien die Minderheit, hunderttausende Pflegekräfte fokussieren sich auf das was im Moment getan werden muss. DANKE an diese große Gruppe.

Corona wird uns das nicht abnehmen, dass wir auch nach Corona nicht anders werden, wenn wir uns nicht den Respekt zukommen lassen, den wir von anderen haben wollen.

Respektiert also bitte die Meinung und Haltung aller und hören wir bitte auf unsinnige Kommentare unter dem Posting anderer zu stopfen, nur um uns selbst darzustellen oder andere schlecht zu machen, damit wir uns wohl fühlen. Nichts anderes ist es eben.

Wir sind eine Berufsgruppe, auf die man stolz sein kann. Mit einem Schulterschluss würden wir (jetzt und nachher) noch viel mehr erreichen!
Vielleicht lernen wir das ja noch…

 

Markus Golla
Über Markus Golla 5869 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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