Social-Media-Challenge: Teens essen Waschmittel

Mediziner warnen eindringlich vor lebensbedrohlichen Konsequenzen

(C) Foto: siepmannH, pixelio.de

Fresno/Madera (pte022/16.01.2018/11:30) – Immer öfter fordern sich Jugendliche in sozialen Netzwerken dazu heraus, Waschkapseln zu essen und sich bei der extrem schädlichen Challenge zu filmen. Allein die US-amerikanische National Poison Control http://poison.org hat seit Beginn dieses Jahres 40 Fälle registriert, in denen Teenager mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Schwere Verätzungen

„Ich kann versichern, dass jeder, der es jemals versucht hat, schnell herausgefunden hat, dass das nicht zum Lachen ist“, erklärt Carlos Flores vom Valley Children’s Hospital http://valleychildrens.org . Nicht nur für Kleinkinder oder Demenzkranke sind die Kapseln eine große Gefahr – Teenager filmen sich immer öfter dabei, wie sie die Waschmittel als Teil einer Challenge absichtlich vor laufender Kamera verspeisen.

Fast alle der leichtsinnigen Challenge-Teilnehmer ringen nach Luft oder würgen. Medizinern zufolge ist das jedoch noch die geringste Sorge, nachdem an einer Kapsel gekaut und hochkonzentriertes Waschmittel in den Mund genommen wurde. „Sie können Verbrennungen im Mund verursachen. Wenn die Kapsel mit Flüssigkeit aufplatzt und in den Rachenraum eindringt, kann sie Verbrennungen im Rachen verursachen, was einen Besuch der Notaufnahme oder sogar eine Aufnahme auf der Intensivstation erfordert“, erklärt Rais Vohra, Toxikologe an der UCSF Fresno http://fresno.ucsf.edu .

Anstieg durch Internet

Dem National Poison Control Centre zufolge habe es in den ersten beiden Wochen des Jahres 2018 bereits einen starken Anstieg der Verletzten gegeben. Es seien bereits 40 Fälle verzeichnet worden, in denen Teenager Waschmittel für die Challenge verspeist hatten. „Hier im Poison Control Center bekommen wir Fälle aus ganz Kalifornien mit – dies ist ein lokaler und landesweiter Trend“, so Vohra. Ein Trend, der bei Vorerkrankten durchaus tödlich enden kann. Immer wieder sorgen auch sogenannte „Death Groups“ im Social Web für Aufsehen, in denen Teenager regelrecht zum Suizid gezwungen werden (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20170404002 ).

Über Markus Golla 1957 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege - Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

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