Krankenhauskeime wirksam bekämpfen

Pflegende sind die Berufsgruppe mit dem häufigsten Patientenkontakt; Rahmenbedingungen müssen entsprechend ausgestattet sein

(C): nobeastsofierce

In den vergangenen Wochen hat die Studie eines europäischen Forscherteams über das Auftreten von Krankheitserregern in Krankenhäusern für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Die Ergebnisse legen dar, dass sich etwa 2,6 Millionen Patientinnen und Patienten europaweit mit den so genannten Krankenhauskeimen infizieren. Die Daten wurden in den Jahren 2011 und 2012 in 30 europäischen Ländern erhoben.

In Deutschland sollen es gemäß Schätzungen des Nationalen Referenzzentrums zur Überwachung von Krankenhausinfektionen an der Berliner Charité etwa 500.000 Infektionen geben. Davon würden etwa 15.000 Fälle tödlich verlaufen.

„Der häufigste Übertragungsweg sind die Hände. Daher ist für die beruflich Pflegenden die Handhygiene ein so eminent wichtiges Thema“, betont Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer. „Die korrekte Ausübung einer professionellen Handhygiene benötigt Zeit. Jede Reduzierung von Pflegenden kostet dabei Zeit und nimmt auch die Möglichkeit zur notwendigen Hygiene“, warnt Mai vor den Folgen des Sparens beim Pflegepersonal.

Die Pflegenden haben den mit Abstand häufigsten Kontakt zu Patientinnen und Patienten. Daher ist es von besonderer Relevanz, dass gerade diese Berufsgruppe ausreichend Möglichkeiten zur Handhygiene erhält. Erschwert wird diese auch in manchen Einrichtungen durch die bauliche Infrastruktur. An dieser Stelle gilt es in den Augen des Kammerpräsidenten, nachzusteuern.

„Der entscheidende Faktor ist es, über ausreichend Zeit zur Hygiene zu verfügen. Wer Personalbestände in der Pflege abbaut, um Kosten zu sparen, muss wissen, welch gefährliches Spiel er betreibt. Fehlt diese Zeit aufgrund nicht ausreichend besetzter Pflegestellen werden Infektionen billigend in Kauf genommen. Die Pflege muss, auch und gerade zum Wohl der uns anvertrauten Menschen, ausreichend ausgestattet sein“, appelliert Mai.

Die Forderung der Landespflegekammer nach einer gesetzlich verankerten Personalbemessung in der Pflege sei daher zwingend notwendig und wird von der Kammer weiter vorangetrieben.

Hintergrund: Mit der einstimmigen Verabschiedung des Heilberufsgesetzes durch den rheinland-pfälzischen Landtag im Dezember 2014 ist die Landespflegekammer errichtet worden. Seit dem 01. Januar 2016 haben die Pflegenden im Land damit eine kraftvolle Interessenvertretung erhalten. Die Landespflegekammer mit ihren gewählten Vertreterinnen und Vertretern nimmt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Mitglieder wahr.

Die Vertreterversammlung hat in der Sitzung vom 02. März 2016 den Vorstand der Landespflegekammer gewählt. Präsident der Kammer ist Dr. Markus Mai. Zur Vizepräsidentin wurde Frau Sandra Postel gewählt. Die weiteren Mitglieder des Vorstandes sind Andrea Bergsträßer, Hans-Josef Börsch, Angelika Broda, Karim Elkhawaga, Esther Ehrenstein, Renate Herzer und Christa Wollstädter.

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Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege – Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

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