DE: Deutscher Pflegerat: „Finger weg von der Fachkraftquote in stationären Pflegeeinrichtungen“

Präsident: Andreas Westerfellhaus (DPR)

Der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erwin Rüddel, fordert aktuell eine Flexibilisierung der Fachkraftquote in Pflegeeinrichtungen. Damit könnten die Einrichtungsbetreiber den Personaleinsatz besser gestalten. Hierzu erklärte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR), heute in Berlin:

„Finger weg von der Fachkraftquote in stationären Pflegeeinrichtungen. Im Mittelpunkt darf nicht die Flexibilisierung des Personaleinsatzes für die Einrichtungsbetreiber stehen. Das ist der falsche Ansatz. Im Mittelpunkt muss die Patientensicherheit stehen.

Dies kann nur bedeuten, dass die seit Mitte der Neunzigerjahre unverändert geltende Fachkraftquote nach oben angepasst werden muss. An der bisherigen Grundlage für die 50-prozentige Fachkraftquote kann nicht mehr festgehalten werden. Sowohl die Anzahl der in den Einrichtungen insgesamt der Hilfe bedürfenden Pflegebedürftigen als auch der zu leistende, qualifizierte Pflegebedarf sind stark angestiegenen. Ursache hierfür sind Hochaltrigkeit, Multimorbidität und mehr Pflegeleistungen durch die Pflegestärkungsgesetzes und dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff.

 

Der Deutsche Pflegerat fordert daher die Ermittlung und Einführung einer an dem gestiegenen Pflegebedarf ausgerichteten Fachkraftquote. Dies muss mit Bestandteil des vom Bundesgesetzgeber bis zum Jahr 2020 geforderten Personalbemessungssystems sein. Gleichzeitig muss damit klar und deutlich festgelegt werden, mit welchem Personal und mit welcher Qualität die vom Gesetzgeber geforderten Leistungen erbracht werden sollen.“

 

Über Markus Golla 1462 Artikel

Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege – Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

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