Care Slam II

Die Rückkehr der Pflegenden

Foto (C) Thorsten Strasas

Nachdem die Pflegekräfte eine harte Weihnachts- und Silvesterzeit hinter sich haben, da in vielen Bereichen weiterhin Pflegenotstand herrsche, wie Yvonne Falckner sagt, stürzen sie sich im neuen Jahr gleich wieder in das nächste Abenteuer. Beim zweiten Care Slam am 9. Januar in der Studiobühne alte Feuerwache in Berlin wird es wieder lustig, poetisch, nachdenklich oder aggressiv – ganz wie die Slamer ihre Themen empfinden.

Der Slam der Pflege ist zu verstehen als eine Diversifizierung des Protestes der Pflegekräfte für mehr Anerkennung, bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung. Die Initiatorin Yvonne Falckner möchte den Pflegekräften mehr Sprach- und Ausdrucksmöglichkeit geben, denn sie ist der Meinung, dass über die Pflege viel mehr erzählt werden müsste – woraus sie bestehe, was da passiere, etc. – damit die Menschen den Wert besser schätzen könnten und politisch mehr Druck aufgebaut werde, wirkliche Reformen zu machen. Der erste CareSlam war ein voller Erfolg, daher wird nun eine zweite Auflage unternommen.

Es sind wieder lauter neue Poeten und Künstler: Claudia Hanke ist eine Intensivpflegefachkraft, die über das Thema „Die dümmste Berufsgruppe? Eine Gegenüberstellung zwischen Können und Tun“ slamt. Michael Thomsen ist Fachkrankenpfleger für Geriatrische Rehabilitation aus Osnabrück und trägt mit dem Thema „Pflege als Teamaufgabe – Pflege planen nach dem mäeutischen Modell!“ zum Abend bei. Die examinierte Krankenschwester aus Leverkusen, Diana Leisering, berichtet zum Thema „Zwischen Wünschen und Zwängen…..meine Arbeit mit geistig und körperbehinderten Menschen“ und Kerstin Vietze, examinierte Altenpflegerin aus Berlin, amüsiert sich über das Vorurteil gegenüber der pflegenden Klasse: „Oh ja, mein saugend Helfersyndrom!“ Zum Schluss dann ein Aufruf von Marika Lazar, examinierte Krankenschwester und Pflegemanagerin aus Brandenburg: „Kranke Schwester geht in die Politik!“ Die Moderation macht Yvonne Falckner diesmal zusammen mit Prof. Dr. rer. cur. Michael Bossle.

Ein Gewinn ist, dass es für den CareSlam jetzt für alle Zuschauer_innen, die beruflich in der Pflege tätig sind, Fortbildungspunkte gibt. Die Registrierungsstelle beruflich Pflegender hat den CareSlam nämlich als Bildunsveranstaltung anerkannt.

9. Januar 2016, 20 Uhr
Studiobühne alte Feuerwache
Marchlewskistr. 6
10243 Berlin

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Über Johanna Heuveling 2 Artikel
lebt in Berlin und arbeitet als Biologin an der Humboldt Universität. Aktiv ist sie in Welt ohne Kriege e.V. und Pressenza Berlin. Journalistisch interessiert sie besonders Flüchtlingspolitik, Waffenhandel, Afrika, außerdem Kunst und Spannendes aus den Wissenschaften. Ihr Interesse ist die Überwindung der Gewalt durch gewaltlose Methoden: Versöhnung und die Überwindung der Angst, welche die Wurzel der Gewalt ist.

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