Bereit für die Erkältungszeit – Das Ätherisches Öl der Weißtanne

Gerade bei Erkältungskrankheiten hilft das waldig duftende Öl der Weisstanne mit seiner antiviralen und antibakteriellen Wirkung. Doch auch winterliche Verstimmungen wirkt es entgegen.

Wärme und Schutz vor Erkrankungen spendet uns dieses feine Nadelgewächs. Nicht nur in der kalten Jahreszeit eine Bereicherung.

Lateinischer Name: Abies alba

Pflanzenfamilie: Kieferngewächse (Pinaceae)

Herkunft: Die Weißtanne ist in ganz Mitteleuropa sowie Teilen Kanadas beheimatet. Eines der wichtigsten Anbaugebiete ist Frankreich.

Botanik: Der 50 Meter hohe immergrüne Nadelbaum unterscheidet sich durch die weißliche Runde und die nach oben schauenden Zapfen von den anderen. Die Nadeln der Tanne sind flach und breit und stechen daher nicht. An der Unterseite sind 2 bläulich weiße Wachsstreifen. Die Nadeln können 8 -11 Jahre alt werden. Eine weitere Besonderheit des Baumes ist, dass der Spindel des Zapfens nach dem Abfallen der Samen stehen bleibt.

Gewinnung des ätherischen Öls: Das ätherische Öl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen. Für ein Kilo ätherisches Öl werden ca. 200 Kilo der jungen Zweige benötigt.

Charakteristik: Das ätherische Öl der Weißtanne riecht balsamisch, waldig-würzig frisch und klar. Es wird der Kopf-Herz-Note zugeordnet und verfliegt relativ rasch an der Luft.

Inhaltsstoffe: Monoterpene da vor allem Limonen und Alpha-Limonen, Ester hier wiederum vor allem Bornylacetat, Sesquiterpene und Monoterpenole.

Wirkung: Körperlich: stark antiviral, antibakteriell und immunstimulierend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, durchschlaffördernd, erwärmend, durchblutungsfördernd, hautstoffwechselanregend, entstauend und regulierend auf die Schleimhäute der Atemwege

Psychisch: stimmungsaufhellend, stärkend und aufrichtend, geistig klärend, belebend

Anwendungsbereiche: Erkältungskrankheiten (Sinusitis, Rachitis), Raumluftdesinfektion, Muskelverspannungen, Arthritis, Arthrose, Schwächezustände, Rekonvaleszenz, Konzentrationsschwäche, geistige Erschöpfung, Harnwegsinfekt, stressbedingte Erschöpfung, Frühjahresmüdigkeit, Fieber, grippaler Infekt, Tuberkulose.

Vorsichtsmaßnahmen/Nebenwirkungen: Das Weißtannenöl kann im warmen Wasser hautreizend wirken, da es einen sehr hohen Anteil an Monoterpenen hat. Aus diesem Grund bei solchen Anwendungen mit hautfreundlichen Ölen kombinieren und niedrig dosieren. Das ätherische Öl der Weißtanne eignet sich nicht zur Inneren Anwendung bei Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern. Bei der äußeren Anwendung an Säuglingen sollten nur geringste Konzentrationen von unter 0,5 % eingesetzt werden.

Exkurs Weißtannenhydrolat: Das Weißtannenhydrolat eignet sich besonders zur Reinigung und Erfrischung der Raumluft. Es kann in der Sauna, der Duftlampe, aber auch als Airspray in Grippezeiten verwendet werden. Weißtannenhydrolat kann gut selbst zubereitet werden, da der Baum in unseren Breitengraden im Wald gefunden werden kann. Man benötigt die Nadeln welche klein geschnitten werden müssen oder gemörsert werden können – so entfaltet sich der Duft im Hydrolat voll. Der Duft ist ideal für die Advents- und Weihnachtszeit

Autor: Martina Braun, MBA
Titel: Bereit für die Erkältungszeit – Das Ätherisches Öl der Weißtanne
Ausgabe: Pflege Professionell 02/2015
Link: Zur kompletten Ausgabe

Quellangaben:
Deutsch E. / Buchmayr B. / Eberle M., (2015): Aromapflege Handbuch – Leitfaden für den Einsatz ätherischer Öle in Gesundheits-, Krankenpflege und Sozialberufen. Pflach. Grasl.

Enz M., (2001): Das Wissen um die Heilkräfte der ätherischen Öle – Mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Gesundheitsvorsorge und in Heilberufen. Sulzberg. Joy Verlag GmbH.

Kleindienst-John I., (2012): Hydrolate – Sanfte Heilkunst aus Pflanzenwasser, Linz. Freya Verlag KG.

Rizzi Fischer S., (2014): Das große Buch der Pflanzenwässer – pflegen, heilen, Gesund bleiben mit
Hydrolaten. Aarau und München. AT Verlag.

Wabner D. / Beier C. (Hrsg.), 2012: Aromatherapie Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis. München: Urban & Fischer ein Imprint der Elsevier GmbH.

Werner M. / von Braunschweig R., 2014: Praxis Aromatherapie – Grundlagen, Steckbriefe, Indikationen. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG.

Zeh K., (2012): Handbuch Ätherische Öle – 65 Duftöle für die Hausapotheke, Schönheit und Genuss – umfassend – übersichtlich – kompakt. Oy – Mittelberg. Joy – Verlag.

Zimmermann E. (2011): Aromatherapie für Pflege und Heilberufe – Kursbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart. Karl F. Haug Verlag. AiDA – Aromatherapie und Kräuterwanderungen Eliane Zimmermann per mail

Über Martina Braun 5 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, MBA Studium Gesundheits- und Sozialmanagement

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