AT: Time is brain: Optimierung der Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls

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Wien (OTS) – Am European Congress of Radiology (ECR 2018), der vom 28.02 bis 04.03 in Wien stattfindet, erhalten Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit den Herausforderungen bei der Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls vertraut zu machen, und sich über die aktuellen bildgebenden Verfahren und die wichtige Rolle endovaskulärer Techniken bei der Behandlung betroffener Patienten zu informieren.

In den letzten Jahren wurden verschiedene endovaskuläre Ansätze zur Behandlung von Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall entwickelt. Die endovaskuläre Thrombektomie bietet viele Vorteile gegenüber der endovaskulären Anwendung pharmakologischer fibrinolytischer Wirkstoffe. Mechanische Thrombektomiegeräte arbeiten schneller und erreichen eine Rekanalisation in einer Spanne von wenigen Minuten. Sie sind mit geringerer intrazerebraler und systemischer Blutungswahrscheinlichkeit verbunden und sind effizienter bei der Behandlung großer Gerinnselvolumina in proximalen Gefäßen.

Laut Professor Thijs van der Zijden, von der Radiologischen Abteilung des Universitätsklinikums Antwerpen, Belgien, hat die endovaskuläre Thrombektomie ihren Nutzen für die primäre Behandlung von Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall bei großen Gefäßverschlüssen deutlich unter Beweis gestellt.

„In den letzten Jahren wurde die mechanische Thrombektomie meist mit Stent Retrievern durchgeführt, aber aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der klinischen Erfahrung haben sich auch andere Techniken wie die Thrombusaspiration als effektive Behandlungsinstrumente herauskristallisiert“, so van der Zijden.

Heute gilt die endovaskuläre Therapie als die Standardtherapie für den akuten ischämischen Schlaganfall bei großen Gefäßverschlüssen, da sie das funktionelle Ergebnis bei Patienten mit schwerem Schlaganfall aufgrund eines Verschlusses der inneren Halsschlagader oder der proximalen mittleren Hirnarterie verbessert, vorausgesetzt, der Eingriff beginnt innerhalb von sechs Stunden nach Auftreten des Symptoms.

Die Bereitstellung dieser Behandlung erfordert jedoch Expertise, wie van der Zijden betonte: „Obwohl sehr schnelle Behandlungszeiten mit beeindruckenden Rekanalisationsraten durch den Einsatz von Stent-Retrievern und Thrombusaspiration erreicht werden können, ist es nach wie vor von größter Wichtigkeit, die richtigen Patienten für die endovaskuläre Behandlung auszuwählen, um eine vergebliche Rekanalisation zu vermeiden und zusätzlichen Schaden zu vermeiden. Vor allem die Größe der Gefäßverschlüsse ist von entscheidender Bedeutung“.

In den meisten Fällen von großen Gefäßverschlüssen befindet sich der Thrombus im distalen Teil der inneren Halsschlagader und/oder in der proximalen mittleren Hirnarterie. Diese Fälle sind, abgesehen von Basilararterienverschlüssen, die beste Indikation für den Einsatz einer mechanischen Thrombektomie. Durch die ständige technische Weiterentwicklung der Thrombektomiegeräte in Verbindung mit fortschrittlichen praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen rücken jedoch auch kleinere Gefäßverschlüsse des mittleren Gehirns immer mehr in den Fokus der endovaskulären Behandlung.

Auch die klinische Eignung der jeweiligen Technik ist laut van der Zijden unerlässlich. Fragen nach der Größe des potenziell zu rettenden Volumens des infarktgefährdeten Gehirns im Vergleich zur Größe der bereits infizierten Hirnareale und anderer Bereiche müssen bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. In der Praxis ist dies die schwierigste Frage, die es zu beantworten gilt, und erfordert fortschrittlichere bildgebende Verfahren wie Perfusion und mehrphasige Querschnitts- und Gefäßdarstellung. Darüber hinaus sind optimale klinische Bedingungen während und nach dem Eingriff unerlässlich, um das beste Ergebnis für ischämische Schlaganfallpatienten zu erzielen.

Der ECR ist die Jahrestagung der European Society of Radiology (ESR), die mehr als 75.500 Mitglieder weltweit vertritt. Der ECR ist einer der größten medizinischen Kongresse der Welt und zieht mehr als 25.000 Kongressteilnehmer an. Mit 300 Unternehmen auf über 26.000 m² Ausstellungsfläche ist die technische Ausstellung auch eine der größten Europas.

Markus Golla
Über Markus Golla 3547 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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