AT: „Proof of Concept“ – präklinische Testplattform gegen Kinderkrebs

(C) Harald Eisenberger

St. Anna Kinderkrebsforschung beteiligt sich an einer umfassenden präklinischen Testplattform für Hochrisikotumore zur Entwicklung neuer präziser Kinderkrebstherapien.

Wien (OTS) – Noch immer ist Krebs die krankheitsbedingte Haupttodesursache bei Kindern. Besonders bei kleinen Patienten mit soliden Tumoren, die nach intensiver Ersttherapie einen Rückfall erleiden (25 %), sind die Behandlungsoptionen begrenzt. Dies ist vor allem auf das Fehlen gut charakterisierter Mausmodelle für pädiatrische Hochrisikotumore zurückzuführen.

Die Förderinitiative „IMI 2“ (Innovative Medicines Initiative 2) der EU soll genau solche Schwachstellen und Engpässe in der Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapien reduzieren. Sie kofinanziert Forschungsprojekte, in denen Pharmafirmen, Universitäten, regulatorische Behörden, PatientInnenverbände u. a. zusammenarbeiten, wodurch man sich mehr Effizienz und Sicherheit im langwierigen Prozess der Medikamentenentwicklung erhofft.

Im Mittelpunkt der letzten IMI-Ausschreibung stand unter anderem das Thema Kinderkrebs, sodass es beinahe selbstverständlich war, sich als St. Anna Kinderkrebsforschung dafür zu bewerben. Den Zuschlag erhielt schließlich ein großes internationales Konsortium, an dem sich weitere hoch angesehene Universitäten und Forschungsinstitutionen (z. B. das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, die Charité in Berlin, das Institut Curie in Paris) sowie die großen Pharmafirmen Eli Lilly, Hoffmann-La Roche,  Pfizer u. v. m. beteiligen. Der Zusammenschluss der Partner erfolgte unter der Initiative „Innovative Therapies for Children with Cancer“ (ITCC), welche zum Ziel hat, die klinische Evaluierung neuer Therapien gegen Kinderkrebs voranzutreiben.

Das aktuelle Projekt zielt daher darauf ab, qualitätssichere Tests neuer, zielgerichteter Arzneimittel in einem umfassenden Repertoire gut charakterisierter Modelle („Proof of Concept“-Plattform) zu ermöglichen. Da kindliche Tumore genetisch deutlich weniger komplex sind als bei Erwachsenen, sollte es einfacher sein, potente Tumorbiomarker zu finden, die ein genaues Anpassen der Therapie an den individuellen kindlichen Patienten erlauben.

Die St. Anna Kinderkrebsforschung konzentriert sich in diesem Projekt darauf, den Knochenkrebs auf molekularer Ebene genauestens zu charakterisieren und mit standardisierten präklinischen Testverfahren zu kombinieren. Insbesondere das Ewing-Sarkom, ein besonders heimtückischer Tumor, wird schon seit Jahrzehnten von Prof. Dr. Heinrich Kovar intensiv beforscht. Er ist der Meinung, dass dieses außergewöhnliche Kooperationsprojekt „ein wesentlicher Schritt zur Steigerung der Heilungsrate beim Ewing-Sarkom und bei anderen soliden Tumoren sein wird, da die konzertierte Zusammenarbeit von Forschung und ,Big Pharma‘ die Entwicklung präziser und damit wirksamerer Medikamente deutlich beschleunigt“.

Über Markus Golla 1462 Artikel

Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege – Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

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