AT: Milupa-Studie zeigt: Österreichs Eltern engagieren sich außergewöhnlich stark für das Wohl ihrer Kinder

Blick in Österreichs Familienwelten 2017

Wien / Puch bei Hallein (OTS) –

  • Eltern mögen ihre Mutter- bzw. Vaterrolle – sind aber sehr selbstkritisch
  • Eltern bilden zusammen ein gutes Team – Väter sind ein wichtiger Teil davon
  • Eltern nehmen sich zum Wohl der Kinder zurück – viel Zeit für eigene Interessen bleibt nicht

Österreichs Mütter und Väter sind engagiert und selbstkritisch, aber den Familien geht es gut: So lässt sich die aktuelle Situation der Eltern beschreiben, die an der ersten Familienweltenstudie von Milupa Österreich im Frühjahr 2017 teilnahmen. Über 500 Mütter und Väter gaben dabei Auskunft zu ihrem Familienalltag mit Kindern im Alter von 0-3 Jahren. Das Ergebnis: Die ersten 1.000 Tage eines Kindes sind eine intensive, aber erfüllende Zeit. Mütter und Väter sind zwar gefordert, ergeben zusammen aber ein gutes Team und stellen sich gemeinsam den Herausforderungen.

„Familienzuwachs ist ein Grund zur Freude, er zwingt Mütter und Väter aber auch dazu, sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen und den Alltag neu zu organisieren – eine große Herausforderung, wie wir aus unserer langjährigen Elternberatung wissen“, so Dr. Christopher Mayr, Geschäftsführer von Milupa Österreich. „Mit der Milupa Familienweltenstudie wollten wir noch besser verstehen, was Österreichs Familien bewegt und wie der Alltag von Eltern im Jahr 2017 wirklich aussieht. Sie zeigt: Österreichs Mütter und Väter sind sehr engagiert und in hohem Maße um ihren Nachwuchs bemüht, gänzlich sorgenfrei verlaufen die ersten 1.000 Tage für Eltern freilich selten“.

Die wichtigsten Ergebnisse der Familienweltenstudie – im Überblick:

Eltern könnten selbstbewusster sein
Österreichs Mütter und Väter sind sehr engagiert, dennoch geben sich über 80 Prozent mit einem „Gut“ oder „Befriedigend“ selbstkritisch – gerade einmal ein Fünftel wählte „Sehr gut“, der größte Anteil fällt dabei auf jüngere Eltern zwischen 20 und 24 Jahren.

Wenn der Tag 26 Stunden hätte
Eltern verbringen insgesamt etwa ein Drittel ihres Tages mit Arbeiten und ein Drittel mit den Kindern, haben aber nur 7,5 % der Zeit für sich. Hätte ein Tag 2 Stunden mehr, würden 34 % noch mehr Zeit für die Familie aufbringen, 18 % die Zeit für sich nutzen und 14 % das Mehr dem Partner widmen.

Daddy cool – Österreichs Väter sind voll bei der Sache
Die Aufteilung bei Haushalt und Erziehung ist 60 % der österreichischen Frauen und Männern sehr wichtig – und vor allem gleich wichtig. Väter bringen sich stark in die Familie ein und mögen ihre Vaterrolle. Größter Streitpunkt zwischen den Eltern ist die „Mithilfe im Haushalt“

Zwischen Beruf und Familie
Familie kostet Geld und fast zwei Drittel der Eltern machen sich Gedanken zur finanziellen Situation (58,3 %). Nahezu 70 % der Mütter und Väter haben einen Job und befinden sich in der Situation, Beruf mit Familie vereinbaren zu müssen. Sie alle würden sich mehr Zeit für die Kinder und sich selbst wünschen. Speziell berufstätigen Müttern fehlt auch der Kontakt zu Freundinnen und Freunden (65,5 %)

Trotz & Co. – eine echte Belastungsprobe
Die Trotz- bzw. Autonomiephase der Kinder wird von mehr als 34 % der Mütter und Väter als größte elterliche Herausforderung gesehen. Dicht gefolgt von nächtlichem Aufwachen (rund 30 %) und dem Zahnen (29,5 %)

Wenn Sonnenlicht nicht ausreicht
Österreichs Eltern fühlen sich bei der Ernährung ihrer Kinder sehr sicher – außer wenn es um Allergien und Unverträglichkeiten oder den optimalen Nährstoff- und Vitamingehalt frühkindlicher Ernährung geht. In Bezug auf Vitamin D fühlen sich knapp ein Viertel der Eltern (24 %) nicht ausreichend informiert.

Die Ergebnisse der Familienweltenstudie – im Detail:

Eltern dürften selbstbewusster sein
Österreichs Mütter und Väter zeigen starkes Engagement, wenn es um das Wohl ihrer Kinder geht. Dennoch geben sich über 80 Prozent mit einem „Gut“ oder „Befriedigend“ sehr selbstkritisch – gerade einmal ein Fünftel schreibt sich selbst ein „Sehr gut“ für die eigene Elternrolle aus. Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es bei der Selbsteinschätzung kaum, dafür beurteilen jüngere Eltern (20 bis 24 Jahre) ihr Tun deutlich besser und stellen sich ebenso ein besseres Zeugnis aus – ebenso wie Eltern, die nur ein Kind haben, beziehungsweise Kinder im Alter von bis zu sechs Monaten. Als größte Stärke der Eltern wird die Zuneigung für den Nachwuchs genannt, gefolgt von der Geduld, die sie für die Kleinen aufbringen. Diese wird allerdings in stressigen Zeiten für rund 20 Prozent rasch zu Ungeduld und damit auch zur meistgenannten Schwäche. Mütter attestieren sich außerdem oftmals zu viel Strenge und inkonsequentes Handeln. Väter sehen ihr größtes Manko in der wegen beruflicher Verpflichtungen eingeschränkten Verfügbarkeit für ihre Kinder.

Wenn der Tag 26 Stunden hätte
„Kinderfreie“ Zeit ist für die meisten Eltern besonders kostbar. Das liegt daran, dass es davon laut der Befragten in Familien mit Kleinkindern nicht allzu viel gibt: Insgesamt bleiben Vätern und Müttern neben Job, Kindern und Haushalt nur rund 7,5 Prozent des Tages alleine für sich. Hätte ein Tag 2 Stunden mehr zur Verfügung, würden dennoch 34 Prozent der Befragten die Zeit für die Familie aufbringen wollen, 18 Prozent würden die zusätzliche Zeit für sich nutzen und 14 Prozent würden das Mehr dem Partner oder der Partnerin widmen. Dass es schwierig ist, im Familienalltag Zeit für eigene Interessen zu finden, bestätigen rund 79 Prozent der Befragten. Mütter empfinden die Einschränkung mit 83,5 Prozent noch um etwas höher als Väter (73,6 %). Zusätzlich fehlt es Eltern auch an Zeit für ausreichend Schlaf (66,5 %) und für Freunde (64,8 %). Einer von sechs gibt zudem an, dass es im Familienalltag sehr schwer ist, die Bedürfnisse des Partners bzw. der Partnerin zu berücksichtigen und neben der Elternrolle auch Paar zu bleiben.

Daddy cool – Österreichs Väter sind voll bei der Sache
Die gleichberechtigte Aufteilung bei der Betreuung und Erziehung der Kinder ist 60 Prozent der Befragten sehr wichtig – Mütter liegen dabei mit 61 Prozent nur knapp vor den Vätern (58,3 %). Vermutlich sorgen die Themen „Haushalt“ und „Erziehung“ deshalb regelmäßig für Zündstoff: Knapp ein Viertel der Elternpaare diskutiert mindestens einmal pro Woche über die Mithilfe im Haushalt. Zu Konflikten wegen unterschiedlicher Vorstellungen bzw. Meinungsverschiedenheiten betreffend Kind und Erziehung kommt es bei rund 40 Prozent der Befragten. Grundsätzlich streiten Österreichs Eltern aber selten bis wenig und präsentieren sich durchwegs als gut eingespieltes Team. Väter bringen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten stark ins Familienleben ein, fühlen sich in ihrer Vaterrolle sehr wohl und stellen sich ihrer Verantwortung in allen Fragen der Kindererziehung. Die Rollenverteilung im Familiengefüge differiert: Während Väter vorrangig wichtig finden, für die Sicherheit ihrer Kinder zu sorgen, als entspannte Spielkameraden aufzutreten und gemeinsame Unternehmungen mit ihren Kindern vorzunehmen, bringen Mütter in der Eigenwahrnehmung vor allem Einfühlungsvermögen, Fürsorglichkeit und Verständnis für die Kleinen mit, setzen aber auch häufiger Erziehungsmaßnahmen.

Eltern zwischen Beruf und Familie
Elternschaft bringt viel Verantwortung mit sich – und Mütter wie Väter machen sich immer wieder Gedanken zur Gesundheit (64,9 %), Erziehung (59,2 %) oder Förderung (58,8 %) ihrer Kinder. Auch die finanzielle Situation beschäftigt viele Eltern (58,3 %), denn Familie kostet Geld und das muss eingebracht werden: Nahezu 70 Prozent der Mütter und Väter haben einen Job und befinden sich in der Situation, Beruf mit Familie vereinbaren zu müssen. Väter sind dabei zu 83,5 Prozent in einem Vollzeitjob tätig und ihr Tag besteht fast zur Hälfte aus beruflicher Arbeit, rund ein Drittel der Zeit gehört den Kindern und der Familie – zu wenig, wie die meisten von ihnen meinen. Bei den befragten Müttern gehen rund 50 Prozent einer beruflichen Beschäftigung nach und verbringen so im Schnitt ein Drittel des Tages in der Arbeit – 28,3 Prozent von ihnen in Teilzeit mit bis zu 29 Stunden pro Woche, jede Zehnte in Vollzeit. Insgesamt wenden sie für den Haushalt und die Pflege der Kinder nahezu gleich viel Zeit auf wie Vollzeit-Mütter, Spielzeiten mit den Kindern sowie Zeit für Kochen, Essen und Füttern fallen aber kürzer aus. Auf der Wunschliste berufstätiger Mütter ganz oben steht: Mehr Zeit für die Familie und sich selbst (60 %), auch der Kontakt zu Freundinnen und Freunden fehlt ihnen (65,5 %). Mütter, die keinem Beruf nachgehen und den ganzen Tag über mit ihren Kindern zusammen sind, weisen ein hohes Bedürfnis nach Ruhe (21 %) und nach Zeit mit dem Partner (20,3%) auf.

Trotz & Co. – eine echte Belastungsprobe
Die Trotz- bzw. Autonomiephase, in der Kinder beginnen, ihren eigenen Willen zu entwickeln und Grenzen auszuloten, ist ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Frustrationstoleranz müssen in dieser Zeit aber nicht nur die Kleinen lernen: Mehr als 34 Prozent der Eltern empfinden die Entwicklungsphase als die größte Herausforderung des Kleinkindalters – Mütter (39,4%) fühlen sich dabei noch stärker gefordert als Väter (29,1%). Ebenso als hohe Belastung werden nächtliches Aufwachen der Kinder (rund 30 %) und das Zahnen (29,5 %) empfunden, ebenso die Schreiphasen in den ersten Lebensmonaten (20,1%). „In der Trotzphase eines Kindes ist es sehr schwierig, einen guten und zielführenden Umgang mit den Kleinen zu finden, was Eltern in der Situation oftmals recht hilflos zurücklässt. Hier tut jede Form der Unterstützung gut – auch das Team des Milupa Eltern + Baby Service bietet zu kindlichen Entwicklungsphasen kostenlose Beratung mit 20 Jahren Erfahrung“, so Dr. Christopher Mayr, Geschäftsführer von Milupa Österreich.

Wenn Sonnenlicht nicht ausreicht
Die Ernährung eines Kleinkindes ist ein komplexes Thema, das Eltern tagtäglich beschäftigt. Der größte Teil der Befragten fühlt sich nach eigenen Angaben sehr oder eher sicher, wenn es um die altersgerechte Ernährung (87 %), die Häufigkeit und Menge der Mahlzeiten (83,5 %) und um die Abwechslung auf den Tellern der Kinder geht (83,1%). Anders verhält es sich mit Allergien und Unverträglichkeiten, bei denen sich sieben von zehn Eltern gut informiert fühlen. Zum optimalen Nährstoff- und Vitamingehalt frühkindlicher Ernährung weiß ein Viertel der österreichischen Eltern nicht ausreichend gut Bescheid. „Die Studienergebnisse zeigen, dass hierzulande noch Aufklärungs- und Informationsbedarf besteht. Die optimale Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen bei Babys oder Kleinkindern ist 24 Prozent der befragten Eltern nicht ausreichend bekannt“, so Dr. Christopher Mayr, Geschäftsführer von Milupa Österreich.

Über Markus Golla 1769 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege - Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

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