AT: Memento

Memory and Moments collected - Entwicklung eines digitalen Hilfsmittels zur alltäglichen Unterstützung von PatientInnen mit beginnender oder leichter Demenz

(C) Virtualware
Die meisten Menschen mit Demenz können sich frühere Momente besser ins Gedächtnis rufen, als Ereignisse, die vor kurzem passiert sind. Es ist möglich, dass sie sich an eine Vielzahl von Fakten oder Erfahrungen erinnern, jedoch bei aktuellen Dingen – wie kurz zurückliegende Ereignisse oder gerade Besprochenes – sehr vergesslich sind. Demnach haben Menschen mit Demenz oft Schwierigkeiten sich zu erinnern was vor einigen Minuten oder Stunden passiert ist, können sich andererseits aber vergleichsweise gut an ihr Leben erinnern als sie viel jünger waren. – Elisabeth Stögmann, Fachärztin für Neurologie und Leiterin der Demenzambulanz an der Medizinischen Universität Wien

Wien (OTS) – Das klinische Syndrom Demenz umfasst eine Gruppe von Krankheitsbildern, bei denen es zu Beeinträchtigungen von kognitiven Funktionen wie Gedächtnis, Sprache, Orientierung, Auffassungsgabe und Urteilsvermögen kommt. Damit einhergehend kommt es zu Beeinträchtigungen im Alltag, zum Beispiel in der Organisation des Haushalts, der Erledigung von finanziellen Dingen oder das Wahrnehmen von Arztterminen. Diese Beeinträchtigungen werden oft von einer Verschlechterung der Stimmungslage, einer Veränderung des Sozialverhaltens und der Motivation begleitet. Dies ist meistens sowohl für die Betroffenen aber auch für deren Angehörige sehr belastend.

Eine Demenz tritt vor allem im höheren Alter häufig auf und ist aufgrund demografischer Entwicklungen zu einem wichtigen gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Thema geworden.  Derzeit sollen in Österreich etwa 130.000 Personen an einer Form der Demenz leiden, und dieser Anteil soll sich bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Die Alzheimer-Krankheit ist mit etwa 60-80% die häufigste Demenzform.

Die meisten Menschen mit Demenz können sich frühere Momente besser ins Gedächtnis rufen, als Ereignisse, die vor kurzem passiert sind. Es ist möglich, dass sie sich an eine Vielzahl von Fakten oder Erfahrungen erinnern, jedoch bei aktuellen Dingen – wie kurz zurückliegende Ereignisse oder gerade Besprochenes – sehr vergesslich sind. Demnach haben Menschen mit Demenz oft Schwierigkeiten sich zu erinnern was vor einigen Minuten oder Stunden passiert ist, können sich andererseits aber vergleichsweise gut an ihr Leben erinnern als sie viel jünger waren.  – erklärt Elisabeth Stögmann, Fachärztin für Neurologie und Leiterin der Demenzambulanz an der Medizinischen Universität Wien.

Im Mai 2017 wurde das Europäische Projekt MEMENTO gestartet. Das Ziel dieses Gemeinschaftsprojektes von 8 verschiedenen Zentren in 3 Ländern ist es, eine technische Lösung für den Umgang mit der Vergesslichkeit zu entwickeln, welche Betroffenen und deren Angehörigen den Alltag erleichtert.

MEMENTO soll in der Lage sein, PatientInnen mit leichter Demenz an tägliche Ereignisse, Situationen und Orte zu erinnern, und Ihnen zu helfen, neue Informationen zu behalten. Es soll Menschen mit Demenz ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und eine vertraute Umgebung herstellen.

MEMENTO wird aus drei Komponenten bestehen, mit welchen persönliche Bilder, Videos und Notizen gesammelt werden können. Diese Informationen werden anschließend in einer Cloud intelligent aufgearbeitet und dienen als Erinnerungsstütze. Die technische Umsetzung wird von Beginn an von potentiellen Benutzern begleitet, die das Projekt in der Design-, Entwicklungs- und Testphase unterstützen.“ –  erklärt Sten Hanke, Projektleiter MEMENTO und Scientist am AIT Austrian Institute of Technology.

Das MEMENTO Team besteht aus interdisziplinären Experten aus verschiedenen Bereichen. Experten aus dem Medizinbereich (Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik in Perugia und eine Pflegeeinrichtung in Spanien), Experten in der angewandten Technologieforschung (AIT Austrian Institute of Technology GmbH) und Designfachleute (BKM Design Studio) arbeiten zusammen, um eine Lösung zu erstellen, welche einfach zu benutzen ist, die aktuellen medizinischen Aspekte bei Demenz berücksichtigt und den Bedürfnissen der Zielgruppe entspricht. Industrielle Partner (VirtualWare, WeTouch, Integris und Citard Services) im Konsortium konzentrieren sich darauf, dass die entwickelte Lösung auf den Markt gebracht werden kann.

Das Projekt wird finanziert vom „Active and Assisted Living (AAL)“ Programm, welches Projekte unterstützt die Informations- und Kommunikationstechnologie entwickeln, um die Lebensqualität von älteren Menschen zu verbessern. Nationale Fördergelder kommen vom benefit Programm der FFG.

Das „Active and Assisted Living (AAL)“ Programm fördert die Entwicklung und Erprobung der Lösung in drei europäischen Ländern für die nächsten 3 Jahre mit 2 Mio. EUR.

Über Markus Golla 1462 Artikel

Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege – Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

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