AT: „Mein Sohn kann dank Hilfswerk Austria International den Kindergarten besuchen“

Erneuerbare Energie hilft sozial schwachen Familien in Armenien

(C) Hilfswerk

Mein Sohn ist ein sehr aufgeweckter Kerl. Zuhause ist er oft unterfordert, gelangweilt. Aber die Beiträge für einen Kindergartenplatz konnte ich mir nicht leisten.

Wien (OTS) – Wenn Strom zu teuer wird: In Armenien können zahlreiche Kinder den Kindergarten nicht besuchen. Den Familien fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Strom und Warmwasser sind Luxusgüter. Hilfswerk Austria International bekämpft die Armut in Armenien durch Erneuerbare Energien – und ermöglicht dadurch den Kindergartenbesuch für sozial benachteiligte Kinder.

Der Kindergartenbesuch ist für Kinder in Armenien keine Selbstverständlichkeit. Ihre Mütter haben oft nicht ausreichend Geld, den ohnehin kleinen Beitrag für einen Kindergartenplatz aufzubringen. Ohne Betreuung können die Mütter nicht arbeiten gehen – es ist ein Teufelskreis. Die Väter leben und arbeiten in vielen Fällen im benachbarten Russland, und können ihre Familien nur bedingt aus der Ferne unterstützen. In Armenien ist das keine Seltenheit.

Varduhi ist 25 und lebt mit ihrem vierjährigen Sohn in Gyumri, Armenien. „Mein Sohn ist ein sehr aufgeweckter Kerl. Zuhause ist er oft unterfordert, gelangweilt. Aber die Beiträge für einen Kindergartenplatz konnte ich mir nicht leisten.“ So wie Varduhi geht es vielen anderen alleinerziehenden Müttern in Armenien.

Solarbetriebene Wasseraufbereitung als Lösung für soziale Probleme

Im Gemeindekindergarten „Ardzaganq“ in Gyumri gab es kaum Warmwasser und keine Heizung. Die Kindergartenkinder waren oft krank. Hilfswerk Austria International hat in dem Kindergarten einen solarbetriebenen Wasserboiler installiert. Nun ist ausreichend heißes Wasser für die Kindergartenküche und die Waschanlagen vorhanden. Heute kommen nicht nur 80% des heißen Wassers von diesem Wasserboiler. Der Gemeindekindergarten spart durch den Wasserboiler auch einen beachtlichen Teil an Energiekosten ein. Das gesparte Geld wird in kostenfreie Kindergartenplätze für sozial besonders schwache Familien wie Varduhi und ihren Sohn investiert.

„Er liebt den Kindergarten. Er ist so fröhlich seit er ihn regelmäßig besucht. Er hat viel gelernt, und ich weiß, dass er gut aufgehoben ist. Ich bemühe mich jetzt, einen Job zu finden. So komisch das klingen mag, aber der Wasserboiler hat unser Leben unglaublich verbessert.“erzählt Varduhi.

„Grüne Energie“ gegen Armut

Die Installation des Wasserboilers im Gemeindekindergarten in Gyumri ist Teil eines zweijährigen Projektes, in dem Hilfswerk Austria International in der Region Shirak im Nordwesten Armeniens mithilfe erneuerbarer Energien effektiv die Armut mindert. Unter anderem konnte das Hilfswerk in neun Kindergärten, Vorschulen und Tageszentren Warmwasseraufbereitungsanlagen installieren. Alleine davon profitieren 800 Kinder und Jugendliche sowie deren Familien.

Hilfswerk Austria International hat seit 2015 in Armenien in 20 Gemeinden Pilot- und Kleinanlagen für erneuerbare und energieeffiziente Energieformen errichtet. Das Hilfswerk hat:

  • 9 solarbetriebene Wasserboiler installiert,
  • energieeffiziente Straßenbeleuchtung in 4 Gemeinden saniert und erweitert,
  • 5 Photovoltaikanlagen in Gemeinden, Jugendzentren und Tagesstätten aufgestellt,
  • 2 solarbetriebenen Dörrobstanlagen und eine Wärmepumpe an Frauengruppen und landwirtschaftliche Kooperativen übergeben sowie
  • 1 Biogas-Anlage finanziert und in Betrieb genommen,
  • 1 Wohnhausanlage und 1 Kindergarten energieeffizient saniert, und
  • in Gyumri wurde das “Armenian Green Technology Center” (http://agtc.am/en/) als Informations- und Beratungsplattform für Grüne Energie gegründet.

„Grüne Energie bietet die Chance, unterschiedliche Probleme im Alltag der Menschen Armeniens nachhaltig und mit natürlichen Ressourcen zu lösen. Gleichzeitig schafft sie neue zukunftsträchtige Einkommens- und Erwerbsmöglichkeiten, gerade auch für die ländliche Bevölkerung., erzählt Nicole Bauer, die verantwortliche Regionalmanagerin von Hilfswerk Austria International.

Nachhaltigkeit durch Weiterbildungen

Zusätzlich wurden in dieser wirtschaftlich schwachen Region Armeniens im Rahmen unseres Projekts neue Jobs geschaffen und Weiterbildungen ermöglicht. 44 Personen haben Zusatzqualifikationen erworben, um die regelmäßige Wartung der im Projekt installierten technischen Anlagen fachgerecht durchführen zu können. In Kursen für „grüne EnergieberaterInnen“ und Handwerker, konnten Studierende und Jugendliche erste Erfahrungen im Umgang mit den technischen Feinheiten erneuerbarer Technologien erlernen.

Dieses Projekt von Hilfswerk Austria International zur Armutsbekämpfung in Armenien wurde von der Europäischen Union, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sowie von Spendengeldern an Hilfswerk Austria International finanziert.

Über Markus Golla 1484 Artikel

Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege – Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen