AT: KAV: 2017 knapp 5,4 Mio. Patientinnen und Patienten im Wiener KAV – davon 370.000 stationär

Wiener Krankenanstaltenverbund

Das war 2017 – 144.000 Operationen, neue medizinische Zentren, neue Führung und Startschuss zur Organisationsänderung des KAV

Wien (OTS) – Im vergangenen Jahr haben die insgesamt zehn Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV, inkl. Wiener AKH) ganze Arbeit geleistet. „Nur durch das Engagement der rund 30.000 KAV-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich für die Gesundheit und Pflege der Wiener Bevölkerung im Einsatz sind, waren diese Leistungen und Erfolge möglich“, betont die KAV-Generaldirektorin-Stellvertreterin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb. Das Jahr 2017 war im Wiener Krankenanstaltenverbund von einer Vielzahl an medizinischen, pflegerischen aber auch baulichen Höhepunkten geprägt.

Hier nur einige Zahlen aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich (in Klammer die Vergleichszahlen Beobachtungszeitraum 2016):
Die KAV-Spitäler und das AKH verzeichneten 370.244 stationäre Aufenthalte (362.755) und 5,087 Mio. Ambulanzbesuche (5,108 Mio.). Die Hebammen und medizinischen Teams haben 12.737 Kinder entbunden (12.288). Die Chirurgen verzeichneten 144.270 Operationen (141.953) – davon 1.305 (1.276) Hüft-OPs (total Endoprothese) sowie 1.298 (1.298) Knie-OPs (total Endoprothese). Weiters stehen in den Bilanzen 19.021 Gipse (17.533). Darüber hinaus befanden sich rund 1.500 Schülerinnen und Schüler in Pflegeausbildung (1.500), 509 konnten diese nach mehrjähriger Ausbildungszeit erfolgreich absolvieren (400). Zusätzlich waren 2017 rund 150 Lehrlinge beschäftigt (160).

Zehn Höhepunkte des vergangenen Jahres:

1. Neues Vienna Cancer Center – KAV-AKH-Kooperation 
Im Mai 2017 nahm das neue Vienna Cancer Center seine Tätigkeit auf:
Künftig profitieren Krebspatientinnen und -patienten von den Erfahrungen und der Zusammenarbeit aus sechs Wiener Spitälern plus der Universitätsklinik/AKH Wien. Der Wissenschafts- und Forschungsstandort Wien wird damit ausgebaut und nachhaltig gestärkt, Wien wird zu einem der relevanten Krebs-Forschungszentren in Europa. Mit dieser Einrichtung werden künftig noch mehr und größere krebsspezifische Studien möglich sein. Davon profitiert nicht nur der Wissenschaftsstandort Wien, sondern in hohem Ausmaß auch die Versorgung von onkologischen Patientinnen und Patienten in den Wiener Spitälern.

2.: Neuer Zentral-OP im Wilhelminenspital 
Im November 2017 wurde der neue Zentral-OP mit operativer Intensivstation und Pathologie im Wilhelminenspital in Betrieb genommen. Das Gebäude wurde in Modulbautechnik errichtet. Der Zentral-OP verfügt über insgesamt acht moderne OPs inklusive eines Notsectio-OPs (Gynäkologie/Geburtenstation). Eine am neuesten Stand ausgestattete Pathologie und Mikrobiologie befindet sich ebenfalls im neuen Gebäude.

3.: Neues Strahlentherapie-Zentren im Krankenhaus Hietzing und im Donauspital 
Seit Ende November werden im neuen Strahlenzentrum des KAV-Krankenhauses Hietzing die ersten Patientinnen und Patienten behandelt. Damit hat der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) wie angekündigt seine Kapazitäten im Bereich der Strahlentherapie erweitert. Das ist der erste große Schritt beim Ausbau der Strahlentherapie in Wien. 2019 geht ein neues Strahlentherapiezentrum im Donauspital mit vier LINACs in Betrieb. Im neuen Strahlenzentrum im Donauspital werden 2.400 Patientinnen und Patienten pro Jahr behandelt werden.
2017 hat der KAV den Ausbau der Strahlentherapie-Anlage im Donauspital vorangetrieben, sodass bereits Anfang 2018 Dachgleiche gefeiert werden kann. Das neue Strahlenzentrum im Donauspital wird 2019 in Betrieb gehen. 2.400 Patientinnen und Patienten pro Jahr können dort behandelt werden.

4.: Revitalisierung Pavillon 1 in Hietzing 
Im Krankenhaus Hietzing schritt 2017 die Revitalisierung des Pavillon 1 am Gelände des ehemaligen Geriatriezentrums voran. Der Betrieb soll im Sommer 2018 starten. In diesen Pavillon werden zwei psychiatrische Abteilungen aus dem Otto-Wagner-Spital sowie die Behindertenpsychiatrie aus dem neurologischen Zentrum Rosenhügel übersiedeln.

5.: Engmaschiges Netz gegen Grippe 
Um bestmöglich auf die Grippesaison vorbereitet zu sein, setzt die Stadt Wien jedes Jahr eine Fülle an Aktivitäten in Gang, die alle Partnerinnen und Partner im Gesundheitswesen einschließt:
niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, der Gesundheitsdienst der Stadt Wien, Magistratsabteilung 15, die Gemeindespitäler und schließlich die Bürgerinnen und Bürger selbst. Damit die Versorgung auch in Zukunft bestmöglich funktioniert, hat der KAV die Grippepläne auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und einige Neuerungen eingeführt, darunter eine engmaschige Abstimmung der Häuser untereinander.

6.: KAV-Wilhelminenspital gipst „bio“ 
Im Wilhelminenspital wird seit Juli biologisch abbaubares Material eingesetzt, um Knochenbrüche zu versorgen. Der neue Gips hat sowohl für die Patientinnen und Patienten, als auch für das Personal und nicht zuletzt für die Umwelt zahlreiche Vorteile.

7.: Rheumabehandlung international top 
Das KAV-Krankenhaus Hietzing ist seit mehr als 20 Jahren international federführend bei der Rheuma-Forschung. Die 2. Medizinische Abteilung im KH Hietzing hat auch an der Entwicklung und Einführung neuer Medikamente im vergangenen Jahr erheblichen Anteil.

8.: NotärztInnensystem attraktiver
Im April hat der KAV von der Berufsrettung Wien die Notärztinnen und Notärzte übernommen, sie fahren ihre Rettungseinsätze von KAV-Spitälern aus. Sie können seither sowohl in der Zentralen Notaufnahme eines KAV-Spitals, als auch im Rettungseinsatz arbeiten. Diese Abwechslung macht das Berufsbild der Notärztin bzw. des Notarztes attraktiver. Die SanitäterInnen werden weiter von der Berufsrettung Wien gestellt. Die Einsätze werden wie bisher über die Rettungsleitstelle 144 gesteuert.

9.: NESTORGOLD: KAV bekennt sich zu alternsgerechten Arbeitsplätzen Mit dem Gütesiegel
NESTORGOLD zeichnet das Sozialministerium Unternehmen aus, die eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet des alternsgerechten Arbeitens einnehmen. Mit der Unterzeichnung der NESTORGOLD-Charta im Juli 2017 ist auch der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) in den Zertifizierungsprozess eingetreten.

10.: Deeskalations- und Sicherheitsmanagement 
Immer wieder kommt es vor, dass PatientInnen oder BesucherInnen in Spitälern aggressives Verhalten zeigen. Im Vorjahr wurden für das Wilhelminenspital ein zusätzlicher Security-Dienstposten engagiert und die professionellen Deeskalations- und Sicherheitsmanagement-Schulungen noch einmal ausgeweitet. In puncto Deeskalationsmanagement hat der Wiener KAV seit Jahren eine österreichweite Vorreiterrolle und berät Spitäler in den Bundesländern.

Neue Führung und die Neuorganisation des KAV

Im März hat der bisherige Generaldirektor Udo Janßen den KAV verlassen. Thomas Balázs und Evelyn Kölldorfer-Leitgeb übernahmen die Leitung des Krankenanstaltenverbundes, Michael Binder, Leiter des Vorstandsbereiches Health Care Management im KAV, übernahm die ärztlichen Agenden in der Generaldirektion des KAV. Mit März 2018 endet der Vertrag von Thomas Balázs, der KAV hat bereits im November 2017 die Führung neu aufgestellt: Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, KAV-Direktorin für Organisationsentwicklung und Personal, übernahm die Funktion der KAV-Generaldirektorin-Stellvertreterin. Herwig Wetzlinger, Direktor der Teilunternehmung AKH, ist nun auch KAV-Direktor für die Geschäftsbereiche Finanz, Recht, Einkauf, Nicht-klinischer-Bereich. Michael Binder bleibt medizinischer Leiter und hat die Funktion des Direktors für die Geschäftsbereiche Health Care Management, Clinical Research Center und das Transformationsprogramm.

Umwandlung des KAV in eine Anstalt öffentlichen Rechts 
Im Juli 2017 hat die Wiener Stadtregierung beschlossen, den KAV in Zukunft als „Anstalt öffentlichen Rechts“ zu führen. Damit wird der KAV künftig mehr Handlungsspielraum bekommen, Entscheidungen werden künftig da getroffen, wo sie wirksam sind. In Personal- und Finanzagenden wird der KAV mehr Selbständigkeit erlangen. Dadurch kann er sich voll und ganz auf seine Stärken und seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

Krankenhaus Nord: Bau weitgehend abgeschlossen

Auch im Jahr 2017 gab es rege Bautätigkeit im Krankenhaus Nord: Der Innenausbau konnte bis Ende 2017 weitgehend fertiggestellt werden. Rund um das neue Spital sind viele attraktive Innenhöfe, Therapiegärten und auf den Dächern insgesamt 22.000 m² Dachgärten entstanden. Ein großer Park ist noch im Entstehen. Parallel zum Innenausbau wurde bereits vor geraumer Zeit begonnen, das Spital schrittweise technisch in Betrieb zu nehmen. Das gesamte Haus ist bereits mit Strom, Licht, Kühlung, Heizung und Lüftung versorgt. Im September erfolgte die Inbetriebnahme der Dampfanlage, die aus acht Dampfkesseln mit einer Leistung von jeweils 1.100 Kilowatt besteht. 2017 konnten zudem die Detailplanungen zu den klinischen und nicht klinischen Betriebsorganisationen weiter konkretisiert werden. Die Schulungskonzepte für die betriebsorganisatorischen Abläufe und die Medizintechnik wurden erstellt. Außerdem wurde die Inventarisierung eingeleitet und der Personalaufbau weitergeführt. Im Juli erhielt das Krankenhaus Nord den „Design & Health International Academy Award 2017“ in der Kategorie „Nachhaltige städtische und bauliche Umgebung“.

Markus Golla
Über Markus Golla 2736 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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