AT: Follow.Me

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Wien (OTS) – Derzeit leiden in Österreich etwa 130.000 Personen an einer Form der Demenz, 6 von 10 PatientInnen verirren sich regelmäßig. Follow.Me begleitet die PatientInnen permanent und holt automatisch Hilfe wenn nötig. Nach dem Motto „care-wear-follow“ hilft Follow.Me den Familienangehörigen und betreuenden ÄrztInnen und PflegerInnen die PatientInnen in Sicherheit zu wissen.

Klaus ist ein 67-jähriger Patient, der vor kurzem mit dem klinischen Syndrom der leichten Demenz diagnostiziert worden ist. Es kommt bei ihm bereits zu Beeinträchtigungen von kognitiven Funktionen – er vergisst vertraute Wörter oder verliert die Orientierung. Klaus muss für die regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen ins Krankenhaus gehen. Die meisten Wege erledigt er noch selbst, besonders in unmittelbarer Nähe seines Hauses. Die intelligente Uhr, die er immer trägt, und die aufgezeichneten Daten in der Follow.Me-Plattform werden ihn unterstützen, begleiten und ihm wenn nötig helfen, wieder nach Hause zu finden. Follow.Me begleitet Klaus permanent und holt automatisch Hilfe, wenn Klaus sich verirrt oder wenn Klaus ein Gebiet betritt, welches von Follow.Me als unsicher eingestuft wird.

Wie die Alzheimer Assoziation berichtet, verirren sich 6 von 10 PatientInnen mit diagnostizierter Demenz regelmäßig. Dass sich die herumirrenden PatientInnen leicht in Gefahr bringen können ist offensichtlich. Follow.Me soll helfen, Menschen mit Demenz und Alzheimer vor solchen Gefahrensituationen zu schützen. Follow.Me gibt den Familienangehörigen und betreuenden ÄrztInnen und PflegerInnen die Gewissheit, dass die betroffenen Personen auch in Sicherheit sind, wenn sie einmal aus dem Blickfeld geraten.

Der Standort der PatientInnen und ihre Gesundheitsdaten werden mittels eines kommerziellen Wearables gemessen. Die Informationen werden verschlüsselt an eine Cloud Lösung übermittelt. Eine Applikation für Smartphones und Smart-TVs zeigt diese Daten dann aufbereitet den entsprechenden Familienangehörigen oder dem Pflegepersonal an. Auf Knopfdruck an der Smart Watch können die PatientInnen Hilfe anfordern oder Anweisungen für den Weg zurück angezeigt bekommen. Angehörige oder Pflegepersonal können über eine App oder einen SmartTV (z.B. auf einer Schwesternstation) den Aufenthaltsort des Angehörigen bzw. der PatientInnen einsehen. Weitere Informationen wie der Gesundheitszustand oder auch der Aufenthalt in einer „sicheren Zone“ sind ebenfalls abrufbar.

Das Follow.Me Projekt wurde im Rahmen eines europäischen Forschungsprogramms gefördert und läuft bereits seit Juni 2016.

Das Follow.Me Team besteht aus interdisziplinären Experten aus Medizin, Pflege, Forschung und Technologie. Die Projektergebnisse werden in einem medizinischen Setting am Universitäts-Klinikum in Bukarest, Rumänien und auch im Pflegebereich zusammen mit dem LiCalab und dem Wit-Gele Kruis Limburg (beide Belgien) evaluiert. Technologie- und Forschungspartner sind das AIT Austrian Institute of Technologie und die mittelständigen Unternehmen Synyo Gmbh (Österreich), Epsilo und MobiMesh (beide Italien). Eine Kommerzialisierung und eine Integration in den Gesundheitsbereich ist über das Unternehmen SIVECO (Rumänien) geplant. Koordiniert wird das Projekt von der Technischen Universität in Neapel (Italien).

Das Projekt wird finanziert vom „Active and Assisted Living (AAL)“ Programm, welches Projekte unterstützt, die Informations- und Kommunikationstechnologie entwickeln, um die Lebensqualität von älteren Menschen zu verbessern. Nationale Fördergelder kommen vom benefit Programm der FFG.

Das „Active and Assisted Living (AAL)“ Programm fördert die Entwicklung und Erprobung der Lösung in vier europäischen Ländern für 2 Jahre mit rund 1 Mio. EUR.

Über Markus Golla 1462 Artikel

Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege – Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (Universität Wien)

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